Frisch verliebt in Malaga

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Viel zu früh klingelte der Wecker an diesem Morgen aber es ging in Urlaub und deshalb war es gar nicht so schwer aus den Federn zu kommen. 

Im Flugzeug hatte ich versucht ein wenig zu Schlafen aber mehr als etwas dösen kam da nicht bei rum.

Nach der sicheren Landung ging es dann direkt zur Leihwagenvermietung. Mein Anbieter war nicht im Terminal sondern direkt im Parkhaus, was für eine Sucherei :-/ Im Wartebereich saßen schon ein paar Leute die darauf warteten Ihr Auto zu bekommen. Für mich hieß es dann erstmal Nummer ziehen und warten. Nach ca. 30 Minuten durfte ich dann an den Schalter. Der jungen Dame dahiner gab ich meine Unterlagen von Check 24, über die ich den Leihwagen, einen Seart Mii für 26€ gesamt gemietet hatte. Enthalten war voll gegen voll, Versicheungen jeglicher Art, keine KM Einschränkung. Also ein wirklich tolles Paket.

Es kam wie es kommen musste, die junge Dame wollte mir, für ein paar Euro mehr, noch die ein oder andere Versicherung andrehen weil ich ja noch nicht versichert wäre und dann auf allen Kosten sitzen bleibe und wenn ich ja sage zahle ich auch nur eine Kaution von 150Euro anstatt 800Euro. Habe mich, zum Glück, nicht drauf eingelassen und das war auch gut so!

Als ich dann endlich den Schlüssel von meinem kleinen Seat in der Hand hielt war mir schon ein wenig mulmig aber gebucht war gebucht und geplant war geplant. Also los ging es Richtung Tarifa!

 

Nachdem ich eine tolle Zeit in Tarifa, Cadiz, Vejer und am Kap Traflager hatte ging es zurück nach Malaga. Den letzten Tag verbrachte ich dort um mir auch diese Stadt nicht entgehen zu lassen. Bei Sonnenaufgang machte ich mich auf den Weg mit meinem kleinen Leihwagen entlang der Küstenstraße mit tollem Blick auf das Meer und den Sonnenaufgang.

Für die eine Nacht in Malaga hatte ich mich für ein sehr zentrales Hostel entschieden, eine Nacht im Schlafsaal würde gehen, am nächsten Morgen musste ich ja eh früh los Richtung Flughafen.

Wie zentral das Hostel wirklich war merkte ich erst, als dass Navi mich mitten in die Einkaufsstraße führte. Da ich in meinem Navi Parkmöglichkeit direkt am Hostel eingegeben hatte war ich etwas verwundert aber mein Navi hatte mich die ganze Reise über nicht enttäuscht und deshalb vertraute ich ihm auch jetzt. Eine kleine Ampel hielt mich mit ihrer Rot Anzeige noch kurz auf aber dann ging der Weg direkt in ein Parkhaus. Hier musste man den Schlüssel abgeben und die Jungs parkten das Auto für einen. Als ich sah wie verwinkelt diese Garage war und wie die anderen Autos da standen war ich auf der einen Seite froh, dass ich den Leihwagen nicht einparken musste und auf der anderen Seite dachte ich mir das es niemals funktionieren kann.... Aber ich hatte nicht wirklich eine Wahl, ich wusste, dass mein Hostel dort in der Nähe sein musste da mein Navi mir diese Parkmöglichkeit gezeigt und ganz Malaga bestand nur aus Baustellen und Einbahnstraßen hier einen anderen Parkplatz zu finden ohne meine ganzen Sachen KM weit schleppen zu müssen oder evtl. falsch zu parken und dann abgeschleppt zu werden... Also überließ ich den Wagen dem Parkhaus und machte mich auf die Suche nach meinem Hostel. Leider ohne wirkliche Navi Funktion da ich kurz vorher eine Nachricht von meinem Anbieter erhalten habe das mein Datenvolumen aufgebraucht sei und GPS war tooootal langsam.

"The Urban Jungle Hostel" kannte natürlich niemand :-/ Aber alle waren sehr Hilfsbereit. Als ich in eine Mitarbeiterin von einem Straßencafé fragte, die gerade die Stühle und Tische rausstelle ob sie wüsste wo ich hin müsste und sie merkte das ich Probleme mit meiner Internetverbindung hatte gab Sie mir sofort das WIFi Passwort... Der Verzweiflung nah irrte ich durch die Straßen und kam kurze Zeit später wieder an dem Café aus und versuchte nochmal im Internet zu schauen. Die nette Mitarbeiterin sah und fragte ob ich es noch nicht gefunden hätte und fragte sofort einen anderen Gast ob er mir kurz helfen könnte. Dieser überlegte nicht lange und fragte mich nach dem Namen des Hostels und wusste dann sofort Bescheid. Er lief los und deute mir an, dass ich mitkommen sollte, er würde mich hinbringen. Gesagt getan, nach ein paar 100 Metern waren wir direkt vor der Tür. Ein schöner unscheinbarer Altbau von außen den man auf den ersten und auch zweiten Blick nicht als Hostel erkannt hat.

Ich öffnete die schwere Eingangstür zur Empfangshalle und war sofort hin und weg. Es war so schön! Sehr gepflegt und modern eingerichtet mit dem Charme vom Altbau. Hier fühlte ich mich sofort wohl!

Beim Check In stellte die nette Dame fest, dass ich mein Bette, welches ich über Booking gebucht hatte gar nicht in ihrem System vermerkt war. Was aber kein Problem sein sollte, da noch genug Betten frei waren aber auch das war natürlich wieder typisch für den Tag... Nachdem ich dann meine Sachen verschlossen hatte machte ich mich sofort mit meiner Kamera auf den Weg um die Stadt zu erkunden.

 

Der Erste Weg führte direkt in eine Bäckerei. Viele leckere Sachen wurden dort angeboten und ich entschied mich für eine Tüte voller Croissant artiger Stangen mit Puderzucker. Dazu einen frisch gepressten O-Saft ich nahm alles auf die Hand und schlenderte durch die Gassen wo die ersten Läden gerade öffneten. Es war so herrlich, die Sonne schien und diese Stadt hatte mich von Anfang an in Ihren Bann gezogen.

Während ich so durch die Gassen schlenderte schaute ich immer wieder nach schönen Magneten die ich zuhause an den Kühlschrank hängen konnte. Ein Laden in dem ich war, war kein Souveniershop. Hier gab es von Handyhüllen, Brillen, Badelatschen, Tassen usw. alles was der Herz begehrt und ich holte mir eine tolle Badetasche mit passendem Kosmetiktäschchen in grau und hellem Boden. Beides zusammen kostete keine 15€.

Als ich mir einen Stadtplan an einem Touristeninformationspunkt geholt habe bekam ich mit wie zwei Damen nach dem Hop on Hop Of Bus fragten und die Haltestelle musste dort ganz in der Nähe sein. Erst hatte ich da noch gedacht, dass ich laufe aber auf dem Weg zum  Aussichtspunkt Gibralfaro und der dortigen Festung stellte ich schnell fest, dass ich diesen Berg nicht hoch laufen möchte bei den Temperaturen. Also los zur nächsten Haltestelle und erstmal alles in Ruhe abfahren.

Die Tour kostete 25€ und ich war sooo froh diese ausgegeben zu haben. Nach der ersten Runde, vorbei am Hafen und dem Strand, hatte ich mir meine Hot Spots rausgesucht und habe diese der Reihe nach abklappert.

Erster Stop war der Berg Gibralfaro und die Festung oben auf dem Berg. Keine Ahnung warum aber der Eintritt war wohl zu der Uhrzeit als ich da war frei. Als ich ging saß jemand im Kassenhäuschen und hat kassiert. Die Aussicht reichte über ganz Malaga es war toll, auch die Festung selber war nett anzuschauen. Fotografen können hier in jedem Fall Zeit verbringen.

Da der Weg zurück in die Stadt durch einen Kiefernwald mit weiteren Aussichtspunkten. Trotz der hohen Temperaturen machten sich viele die Mühe den Berg hoch zu laufen. Immer wenn ich in die angestrengten Gesichter schaue war ich froh das ich mich für den Bus entschieden hatte und auch runter fahren konnte oder entspannt runter laufen. Unten angekommen ging es dann weiter mit meiner Tour.

Ich gehöre zwar keiner Konfession mehr an aber die Kirchen als Bauwerk finde ich schon sehr interessant und gehe immer gerne mal rein um mich dort umzusehen. In Malaga wurde gerade eine Messe gehalten und ganz diskret habe ich mal einen Blick reingeworfen!

Unter Hafen hatte ich mir ein paar große Schiffe, viel Grau und nichts ansehnliches vorgestellt und den Hafen deshalb von Anfang an nicht auf meine "must see" Liste gesetzt.

Als ich die Rundfahrt mit dem Bus gemacht habe viel mir dieser schöne Fleck sofort auf! Viele kleine Jachten lagen hier auf Anker und es gab eine sehr schöne Falniermeile und Straßenkünstler und auch einen Flohmarkt. Ich schnelderte das Hafengebiet ab und habe einer kleinen  Band zugehört während ich ein leckeres Eis gegessen habe. Eine neue Kette und ein neues Oberteil habe ich auch noch in mein Einkaufstäschchen gepackt. So langsam bekam ich etwas Hunger und schaute in den Strandlokalen nach etwas essbarem allerdings waren die Lokale direkt am Hafen total überlaufen und ich stieg einfach wieder in den Bus und fuhr ein Stück weiter...

 

Eine Rundafahrt später stieg ich in der Stadt aus und schaute wieder nach etwas Essbarem bevor ich zurück ins Hostel gehen wollte. Irgendwie ware es überall voll und eigentlich hätte ich gerne Paella gegessen aber das war gar nicht so einfach zu bekommen. Letztendlich habe ich mich dann in ein Lokal auf der Einkaufsstrasse gesetzt. Hier gab es nicht die Paella die ich wollte aber dafür gab es Fleisch mit Pommes. Nicht wirklich lecker und nicht wirklich freundlich aber mein Hunger war gesättigt. Während ich da saß und gegessen habe wurde es langsam dunkel und mit den verschiedenen Lichtern bekam die Stadt nocheinmal einen ganz anderen Charme. Sofort schmiss ich meine Pläne, zurück zum Hotel zu gehen, über Board und spazierte mit meiner Kamera nocheinmal die Gassen entlang und hielt ein paar Momente fest.

Am nächsten Morgen stand ich früh auf um mich auf den Weg zum Flughafen zu machen. Mit meinem Köfferchen ging ich zum Parkhaus um mein Auto abzuholen. Ein kurzer Check ob alles am Auto ok sei oder mir die Jungs eine Beule reingefahren haben aber es war alles ok. Also ging es weiter zum Flughafen. Durch die ganten Baustellen und mein nicht 100% funktionierenden Navi mit einem kleinen Umweg.

Am Flughafen suchte ich die Übergabestelle für mein Auto und hoffte auch hier, dass alles reibungslos funktionierte. Auf einer Fahrt in den Westen von Andalusien hat sich die Stoßstange an einer Seite gelöst aber nachdem ich die Übergabe Papiere durchgeschaut hatte war dieser Schaden bereits vermerkt und ist wohl nur durch den Fahrtwind etwas verstärkt worden. Die Dame am Schalter kontrollierte alles und bestätigte mir, dass alles ok sei. Super! So einen Ablauf wünscht man sich und das alles für den Preis von nicht mal 30Euro.

Mit meinem Gepäck machte ich mich auf den Weg durch die Sicherheitskontrolle, auch das klappte hervorragend und nun wartet ich aufs Boarding. Ich bummelte die Ladenlokale ab und letztendlich setzte ich mich mit meinem Koffer an den Rand, so das ich die Anzeigetafel im Blick hatte da bei meinem Flug das Gate noch nicht aufgeführt war. Während ich da saß und mir das ein oder andere Foto der vergangenen Tage angesehen hatte wurde es aufeinmal laut und eine dunkelhäutige Frau mit einem Baby im Wickeltuch schrie in Begleitung von 2 Polizisten das sie sie in Ruhe lassen sollten. Die Herren redeten auf die Frau ein aber sie lies sich nicht beirren und schrie immer weiter. Inzwischen kamen immer mehr Polizisten und es gab eine richtige Rangelei...

Was wirklich dahinter stecke war nicht ersichtlich...